Fast eine Woche ist es her, dass ich die Nachricht vom Tod von Stephan List erhalten habe. Ich habe sie noch nicht verarbeitet. Sie macht mich nachdenklich. Sehr nachdenklich sogar. Nachdenklicher als sonst. Seit Tagen. Sobald ich zur Ruhe komme. Ich könnte einen Nachruf schreiben – aber ich glaube, er würde mich dafür schelten. Ich höre ihn sagen, ich solle meine Zeit sinnvoller nutzen. Darüber nachzudenken, was wirklich wichtig ist, und den Blick auf die schönen Dinge zu richten. Ja, so habe ich ihn in Erinnerung und so möchte ich ihn in Erinnerung behalten. Als jemand, der mich zum Nachdenken gebracht hat. Und das tue ich. Ich denke nach. Ich erinnere mich an die gemeinsamen Gespräche und Impulse. Darüber, was wirklich wichtig ist. Darüber, was richtig ist. Ich stelle mir vor, wie ihm das gefallen hätte und sehe ihn lachend vor mir. Mit einem Glas Guinness in der Hand (wir beide haben oft und viel über Irland gesprochen) prostet er mir lachend zu. Wie damals beim PMCamp in Dornbirn, wo wir uns jedes Jahr viele Jahre trafen, als er einmal eine Stofftasche mit Guinness auf den Stehtisch stellte und sagte, er habe es extra mitgebracht. Freudestrahlend. Ein besonderer Mensch. So war er. So werde ich ihn in Erinnerung behalten. Und jetzt habe ich es getan. Eine Art Nachruf geschrieben. Ich wollte es eigentlich nicht, ich hoffe, er verzeiht es mir. Und ich stelle mir vor, dass dort, wo er jetzt ist, schon die Vorbereitungen für ein PMCamp laufen, damit wir, wenn wir eines Tages nachkommen, die alten Zeiten wieder aufleben lassen können. Fundiert, sachlich, durchaus kritisch und mit viel Humor.
Auf Stephan! Sláinte. Du wirst mir in Erinnerung bleiben. Als Mensch. Als Freund. Als jemanden, den es wirklich zu kennen lohnt.