#LINKSDERWOCHE | 15/2022: Produktivität, Lean und Agile

PRODUKVITIVTÄT

Gewohnheiten | Über das Tagebuch schreiben und Antrainieren neuer Gewohnheiten

Wie die regelmäßigen Leser der Links der Woche wissen, mag ich den Podcast von Ivan Blatter sehr. Ivan schafft es für mein Empfinden immer wieder Themen spannend mit seinen persönlichen Erfahrungen anzureichern, ohne dabei die These aufzustellen, dass sein Weg die Lösung aller Probleme ist. In der aktuellen Folge beschäftigt er sich mit dem Führen eines Tagebuchs als Reflexionshilfe und wie es ihm nach mehreren Anläufen gelungen ist, daraus eine Gewohnheit zu machen. Ich habe mich mal wieder selbst wiederentdeckt, weil ich selbst auch bereits zig Versuche in Papier und mit digitalen Helfern hinter mir ab, als Reflexionshilfe ein Tagebuch als „Sammelbox“ für mein Gedanken zu zulegen. Zwischenzeitlich habe ich meinen Weg gefunden und führe ein – wie ich es nenne – Logbuch, indem ich grob alles Wichtige notiere und das mir dann als Reflexionshilfe dient. Die große Revolution hat es nicht ausgelöst, aber es hat mir einiges erleichtert. Insbesondere seit ich hierfür ein elektronisch Notiz-App (in meinem Fall Notion) nutze, wodurch die Weiterverarbeitung der Ideen, Impulse und Ergebnisse des Tages etwas erleichtert wird.

https://ivanblatter.com/podcast/tagebuch/

Überfüllter Terminkalender | 4 (häufige) Gründe, warum Terminkalender überlaufen

Es ist eine alte Binsenweisheit: Zeit hat man nicht, man nimmt sie sich. Sagt sich oft leichter als gesagt, aber es gibt durch aus Stellhebel, die man selbst beeinflussen kann und diese sollten wir uns nicht nehmen lassen. Das Leben sorgt schon dafür, dass wir trotzdem genug zu tun haben werden. Die vier von Dan Rockwell genannten Gründe sind solche Stellhebel, die wir selbst bestimme und die unserer eigenen Verantwortung liegen. Und alle vier werden sehr, sehr gerne ignoriert. Besonders der erste Punkt fällt mir immer wieder auf. Gerade bei Führungskräften sehr häufig zu beobachten.

https://leadershipfreak.blog/2022/04/08/simple-time-management-4-reasons-your-calendar-is-out-of-control/

Schlechte Gewohnheiten | Was uns helfen könnte, sie „los zu werden“

Ich kenne niemanden, der nicht schlechte Angewohnheiten hat. Ich persönlich habe ein ganzes Set von Gewohnheiten, die mir eigentlich nicht guttun, die ich aber trotz diverser Anläufe nicht in den Griff bekomme habe bzw. an denen ich mich immer noch abarbeite. Einige habe ich bereits erfolgreich besiegt. Kaum zum Glauben, aber vor knapp 20 Jahren war ich „Kettenraucher“ und von einem auf den den anderen Tag habe ich es geschafft anzuhören (leider bin ich selbst nicht hinter ein reproduzierbares Geheimnis meines Erfolgs gekommen – erspart Euch also die Mühe, mich nach meinem Geheimrezept zu fragen, es gibt keines ;-)). Leo Babauta hat genau dazu einen Blogartikel geschrieben, der Mut machen soll, es trotz aller Rückschläge immer wieder zu versuchen und der – zwar kein Geheimrezept für einen 100%igen Erfolg bietet, aber doch ein paar hilfreiche Tipps für das Gelingen des Unterfangens gibt.

https://zenhabits.net/compulsive/

Negatives annehmen | In jedem „Negativen“ liegt eine positiver Mehrwert

Ich kann es nicht leiden, wenn Menschen um mich herum meinen, permanent alle schön färben zu müssen. Gelegentlich kann ich da auch etwas bissig werden. Probleme und Hindernisse kleinreden und „positiv“ zu färben, führt dazu, dass man sich ihrer nicht annimmt und ihre Bedeutung relativiert. Das ist meine Ansicht hierzu. Gleichzeitig bin ich fest davon überzeugt, dass in alle „negativen“ auch etwas schlummert, dass Positives mit sich bringt. Ich bin des öfteren schon „gescheitert“ und habe dadurch erst Themen entdeckt, die mir vorher verborgen geblieben sind und mich total begeistert haben. Soll heißen in allem was negativ erscheint, steckt etwas Positives. Auch in unseren Emotionen. Dazu mehr von Dan Rockwell, der seinen Blogpost „The Positive Value of Negative Emotions“ überschrieben hat.

https://leadershipfreak.blog/2022/04/07/the-positive-value-of-negative-emotions/

Corporate Spam | Wenn die Unternehmenskommunikation zumüllt

Achtung, der folgende Post von Bernhard Schloss könnte dem einen oder anderen vielleicht sauer aufstoßen, da bin ich mir sicher. Worum geht es? Um nichts anderes als adressatengerechte Kommunikation. Und die gehört in der Tat in die Königsklasse. Man sollte meinen Kommunikationsprofis beherrschen sie. Pustekuchen. Sie sind genauso doof wie der Rest der Welt. Zumindest muss man es annehmen, wenn man sich umschaut und umhört, den was Bernhard als Ausgangsbeschreibung nimmt, kommt erstaunlich oft vor. Verrückt oder?

https://www.bernhardschloss.de/blog/

LEAN

Methoden und Standards | Ein Werkzeug macht noch keinen Meister

In der Lean – wie auch agilen – Welt, wie auch im übrigen Leben gilt: Ein Werkzeug macht noch keinen Meister. Darauf weißt Christoph Roser hin. Und das ist gut so. Weil ich es genauso beobachte. Es hält sich hartnäckig die Erwartungshaltung, man brauche nur ausreichend Standardmethoden und man könne jedes Problem lösen. Methoden sind Werkzeuge und nur weil man das Werkzeug besitzt, bedeutet es noch lange nicht, dass man es sinnvoll einsetzen kann. Es reicht nicht nur aus, dass Werkzeug richtig bedienen zu können, sondern man muss auch wissen, wann man es nutzen kann und darf.

https://www.allaboutlean.com/standard-tools-and-solutions/

A3-Report | Die verschiedene Flughöhen zusammenbringen

Götz Müller erinnert mich ein wenig an die „Flightlevel“ (von Klaus Leopold). Eine Organisation besteht aus verschiedenen Ebenen, die miteinander verknüpft sind. Daher bringt die isolierte Betrachtung eines Teilbereichs mithilfe des A3-Reports wenig, wenn die Verknüpfung zu nächsten Ebene nicht gegeben ist. Das Problem dabei ist den Überblick zu behalten. Die Metapher der Landkarte gefällt mir dabei sei sehr gut.

https://www.geemco.de/artikel/was-man-mit-einem-a3-blatt-alles-abdecken-kann/

AGILE

Agilität in Großorganisationen | Warum „lokale Optimierung“ im Sinne von Agilisierung einzelner Teams das Problem nicht löst

Der Beitrag von Dean Tomasevic benennt ein Phänomen, dass mir immer wieder über den Weg läuft. Es ist eigentlich kein Phänomen, dass auf Agilität beschränkt bleibt, sondern eigentlich unabhängig davon ist. Aber nun ja, man spürt es vermutlich aktuell am stärksten dort, wo man auf Biegen und Brechen glaubt, Teams agil aufstellen zu müssen und dies dann fröhlich „optimiert“ werden. Doof nur, dass kein Team und sei es noch so crossfunktional aufgestellt, vollständig unabhängig agiert. Es ist Teil eines großen Ganzen, mit dem es interagiert und wenn es an den Schnittstellen nicht passt, kann das beste Team der Welt noch so agil sein, es wird nicht die Wirkung erfüllen, die man viel zu oft an das Team stellt. Man sollte eigentlich meinen, dass das in den Köpfen angekommen ist. Es gibt da so hochgradig praktische Ansätze wie das Toyota Produktionssystem oder ganze Theorieschulen in der Organisationssoziologie wie die Systemtheorie, die sich genau damit beschäftigt haben. Und doch ist es immer noch ein ganz großes Thema. Immer noch. Oder vielleicht wieder?

https://www.golem.de/news/agilitaet-in-konzernen-das-problem-sind-nicht-die-entwickler-2204-163113.html

Agile Schätzen | Magic Estimation

Ich persönlich halte das Schätzen im agilen Kontext für ein wichtiges Feedbackwerkzeug, um die Komplexitätsgröße Product Backlog Items (PBI) einschätzen zu können. Je kleiner, desto eher ist ein PBI ohne größere Überraschungen umsetzbar. Und deswegen ist das Schätzen wichtig, um festhalten zu können, ob ein PBI kleiner „geschnitten“ werden muss oder nicht. Die Schätzung liefert also ein Feedback zur „Realisierbarkeit“ eines PBI. Eine Schätzemethode, die dabei wegen ihrer Effektivität und Effizienz sehr gerne nutze, ist das Magic Estimation. Mit wenig Zeitaufwand lässt sich so ein großer Backlog schätzen. Mehr dazu im Podcast der Produktwerker:

https://produktwerker.de/magic-estimation/

#NoEstimates | Die Ideen kurz erklärt

Schätzen ist unnütz – ist die auf die Spitze gebrachte – Aussage der #NoEstimates-Bewegung, die einige – aus meiner Sicht spannende Ideen vertritt. Diese Ideen fast ein Gastbeitrag im t2informatik-Blog von Felix Stein sehr schön zusammen, wie ich finde und die Ideen dahinter, finde ich interessant genug, sie auch hier in dieser Runde einzuwerfen.

https://t2informatik.de/blog/prozesse-methoden/die-idee-no-estimates/

Mythos Stand Up-Meeting | Wo kommt es her? Was ist der Sinn und was hat es mit Agilität zu tun?

Ja, ich weiß – viele meinen Stand Up-Meetings gehören zum agilen Arbeit dazu. Ein Mythos. Auch wenn einige dafür spricht, dass Stand Up-Meetings die Effektivität und Effizienz von Besprechungen erhöhen. Hin und wieder ist es hilfreich „5S im Kopf“ zu machen, ob besser zu verstehen, wann und warum etwas Sinn macht, um es sinnvoll anzuwenden. Daher finde ich es gut, dass Felix Stein sich die Mühe gemacht hat, die wesentlichen Information aufzubereiten.

https://www.lean-agility.de/2022/04/stand-up-meetings.html

Agiles Arbeiten | Was ist das überhaupt?

Ich habe immer öfter das Gefühl, dass der Erfolg in der Breite zur Verwässerung in der Tiefe führt. Zumindest was „Agilität“ betrifft. Schon schräg, was manche darunter verstehen. Dabei steckt da nun wirklich keine Raketenwirtschaft dahinter. Obwohl falsch. Es steckt durch aus „Wissenschaft“ drin. Ja, richtig gelesen. Agiles Arbeiten ähnelt einem „wissenschaftlichen“ Arbeiten, was Agile – neben Lean Thinking – im Übrigen mit Lean Management verbindet. Das aber nur am Rande bemerkt. Ziel ist die „adaptive“ Organisation, die in kurzen Iterationen auf Basis der Ergebnisse lernt und verbessert. Gar nicht so schwer. Etwas ausführlicher kann das Ganze nochmals bei Edgar Rodehack nachgelesen werden.

https://www.teamworkblog.de/2022/04/agil-arbeiten-noch-fragen-teil-5.html

Crossfunktionalität | Was ist sie nicht und was ist damit wirklich gemeint?

Rund um die Crossfunktionalität von Teams ranken sich ziemlich viele Mythen, was mich persönlich immer wieder erstaunt. Einen krassen Fall von Missverständnis ist zum Beispiel, dass ein crossfunktionales Team vollkommen unabhängig sein soll (klar, die Buchhaltung und das Gebäudemanagement sowie das Produktmarketing und der Vertrieb sind fester Bestandteil der Produktentwicklung – nur als Beispiel). Ein anderer Mythos, der sich extrem hartnäckig hält: Alle im Team können alles machen. Das ist auch nicht gemeint, wenn wir von crossfunktionalen Teams sprechen. Mit solchen Mythen räumt Brian Milner in einem Blogartikel auf, den ich hier gerne weiterempfehle:

https://www.mountaingoatsoftware.com/blog/what-does-scrum-mean-by-cross-functional-teams

Verbesserungen ermöglichen | Mit schnellen, kleine Schritten den Einstieg schaffen

Barry Overeem hat die Beobachtung gemacht, dass wir in der agilen Gemeinschaft sehr gut und viel darüber diskutieren, was Scrum nicht ist und ein klares Bild vom Idealzustand haben, aber es an konkreten Lösungsansätzen fehlt, wie Teams die aktuelle Lücke zwischen IST und SOLL füllen können. Es fehlt an kleinen, sofort umsetzbaren Ideen, um mit dem Schließen der Lücke zu beginnen. Also den Einstieg zu ermöglichen. Und hier versucht er Abhilfe zu schaffen. Statt großer Würfe mit kleinen und sofort realisierbaren Ideen beginnen und so einen Anfang finden, gefällt mir:

https://www.scrum.org/resources/blog/mind-scrum-gap

Agile Reife sichtbar machen | Wie bestimmt man das IST und den Fortschritt der agilen Reife im Transformationsprozess?

Ich tue mich einem „Agile Reifegrad“-Modell schwer. Weil ich persönlich der Meinung bin, dass eine „Transformation“ in einer gesunden Organisation nie endet. Eine resilient und gesunde Organisation entwickelt sich beständig weiter. Als Rahmen hierfür gefällt mir die Verbesserungskata von Toyota sehr, auch weil Toyota selbst für mich ein Praxisbeispiel für eine solche gesunde Organisation ist, die sich beständig „neu erfindet“ und anpasst. Aber natürlich braucht es auch hier eine „Erfolgskontrolle“, um zu erkennen, ob Erwartungen und Realität zusammenpassen. Insofern kann der Blogartikel von Roland Flemm Hinweise liefern, wie man den Fortschritt der Entwicklung der Organisation sichtbar machen kann. Was ich allerdings vermisse, ist der explizite Brückenschlag zum prozessualen „Nordstern“, wie ihn die Verbesserungskata definiert.

https://www.scrum.org/resources/blog/how-measure-agile-maturity

Scrum-Werte | Was Scrum mit den Rugby-Werten zu tun hat

Allein schon die Geschichte selbst ist für mich beeindruckend, aber noch gefällt mir die Conclusio: Werte sind relevant. Auch im Scrum-Kontext. Okay, ich bin ein ziemlich Werte orientierter Mensch. Deswegen bin ich auch so ein großer Freund von Kanban, dass in seinen Prinzipien auch einen starken Wertebezug hat. Zurück zum Blogbeitrag und der Geschichte von Florin Manolescu, der im Übrigen auch daran erinnert, dass Scrum seinen Namen vom Rugby bekommen hat und für mich nachvollziehbar macht, warum das durch aus passend ist.

https://medium.com/serious-scrum/scrum-rugby-values-14b903cc1034

Scrum ohne Scrum Master*in | Geht das überhaupt?

Scrum ohne Scrum Masterin? Was für eine Frage. Ohne Scrum Masterin und Product Owner*in ist es kein Scrum. Finde ich nicht schlimm. Wenn es aus welchen Gründen auch immer nicht passt, ist es halt so. Und ein Scrum-Team mit zwei Personen macht definitiv keinen Sinn. Da reicht Personal Kanban vollkommen. Insofern war ich kurz davor, die Podcast-Folge von Marc Löffler einfach zu überspringen. Ich habe dann doch weiter zugehört und er hat dann doch die Kurve gekriegt, in dem er darlegt, warum der Verzicht auf einen Scrum Master keine gute Idee ist.

http://passionateteams.com/e/scrum-ohne-scrum-master-geht-das/

Scrum Leitfaden | Warum gibt es keine DEVs mehr im Scrum Leitfaden?

Es ist nicht ganz 1,5 Jahre her, da wurde in der aktuellen Fassung des Scrum Leitfadens das „Entwicklerteam“ als Rolle gestrichen. Es gab Stimmen, die nicht begeistert waren und es gab Befürworter. Eigentlich keine große Sache, weil ohnehin bei den meisten gelebte Realität. Und doch scheint es einen Knoten für manche gelöst zu haben, wie Mike Leber meint. Es wird klarer, was mit gemeinsamer Verantwortung als Team gemeint ist.

https://www.agileexperts.at/blog/2021/kein-developerteam-in-scrum/

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