#LINKSDERWOCHE | 50/2021: Produktivtiät, Lean, Agile, Strategie

PRODUKTIVITÄT

Sinnerfüllung und Arbeit | Eine kritische Sicht

Wenn von „Sinnerfüllung“ neudeutsch „Purpose“ die Rede ist, bin ich ambivalent. Ich denke, hier braucht es eine differenzierte Sicht. Zumindest mit Blick auf die „Erwerbsarbeit“. Oder wie es Dan Rockwell ausdrückt: „Work doesn’t give you purpose. You give purpose to work.“ Wir müssen hier vermutlich deutlich zwischen der individuellen Sinnstiftung und dem organisatorischen Zweck unterscheiden. Beide sind in aller Regel nicht deckungsgleich. Sie lassen sich koppeln, dass erzeugt für uns und die Organisation in der wir Arbeiten Mehrwert. Aber der für uns relevante Bezugspunkt sind immer wir selbst.

https://leadershipfreak.blog/2021/12/10/find-meaning-and-purpose-at-work-i-dont-think-so/

Optimismus | Fallstricke (übertriebenen) Optimismus

„Überoptimisten“ gehen mir auf den Nerv. Meine Philosophie lautet: Nenne den Schmerz beim Namen, damit es Veränderungen gibt. Falsch verstandenes „positives Denken“ hingegen „übertüncht“ dem Schmerz und schwächt den Veränderungsdruck. Damit wären wir bereits bei den Fallstricken des (übertriebenen) Optimismus, die Dan Rockwell sehr gut beschreibt:

https://leadershipfreak.blog/2021/12/06/7-ways-to-avoid-the-pitfalls-of-optimism/

LEAN

Verbesserungskata | Der Mörtel zwischen den Methoden

Was für eine kraftvolle Metapher! Götz Müller spricht von der Verbesserungs- und Coaching-Kata als Mörtel zwischen den vielen Bausteinen in Form von Werkzeugen und Methoden aus der Lean-Welt. Das trifft es sehr gut. Ich hatte neulich – allerdings adaptiert in ein agiles Projekt – die Verbesserungskata in Spiel gebracht und dabei davon gesprochen, den Verbesserungsmuskel zu trainieren. Und letzt endlich ist es so: Nur das beständige Reflektieren und Wiederholen des Reflexionsprozesses führt dazu, dass wir besser werden und lernen. Nicht die Methodik.

https://www.geemco.de/artikel/wo-moertel-im-lean-management-zum-einsatz-kommt/

AGILE

Business Agility | Warum die Differenzierung Agilität und Business Agilität keinen Sinn macht

Ich bin in der letzten Woche auf einen Artikel von Christiaan Verwijs, der – so finde ich – in die Kategorie „Wie wir Agilität an die Wand fahren“ fällt. Warum? Christiaan bringt dort zum Ausdruck, dass die – auch in meinen Augen – unnötige Differenzierung zwischen „Business Agility“ und Agilität unnötig ist und keinerlei Mehrwert bringt. In meinen Augen ein Indiz dafür, dass Agilität so erfolgreich geworden ist, dass sie Gefahr läuft auf „Methodik“, die 1:1 kopiert werden kann, reduziert wird ohne den tieferen Sinn dahinter verstanden zu haben. Erinnert mich sehr daran, was mit dem Toyota Production System (TPS) – auch unter den Lean bekannt, getrieben wurde. Blind „Methoden“ kopiert, aber die eigentliche grundlegende „Arbeitsphilosophie“ und die zugehörigen Prämissen dahinter, wurden nicht erfasst und durchdrungen. Das Ergebnis – nun ja, kennen wir. Leider. Agile droht das gleiche Schicksal.

https://medium.com/the-liberators/agility-and-business-agility-are-the-same-51800d856ff3

Definition of Done | Wo anfangen?

Die Definition of Done (DoD) wird gerne unterschätzt. Einmal in ihrer Wirkung und ein weiteres Mal, wenn es um die gute Formulierung einer DoD geht. Beide stelle ich immer wieder fest, wenn ich in Scrumteams aufschlage. Deswegen möchte ich Euch den Beitrag von Alexander Brown ans Herz legen, der fast schon eine Anleitung zur Entwicklung der DoD darstellt.

https://www.scrum.org/resources/blog/definition-done-where-start

Scrum Mythen | Einfach nicht tot zu kriegen

Auch um Scum halten sich Mythen extrem hartnäckig. Erstaunlich, gibt es doch zig sehr gut Bücher und noch viel mehr gute Artikel, die all die Mythen schon mehrfach entzaubert haben. Zu den hartnäckigen Mythen gehören die von Venkatesh Rajamani benannten kurz und knackig aufgezählten Klassiker. Eigentlich sollte man nicht mehr viel dazu sagen müssen. Dachte ich. Doch vor Kurzem sind mir tatsächlich alle 5 auf einmal wieder begegnet. Ich hatte Glück, ich durfte entmythifizieren.

https://www.tryscrum.com/blogs/5-scrum-myths-busted/

Scrum sabotieren | Wie man den Scrum Master:innen das Leben schwer machen kann

Scrum ist ein leichtgewichtiges Rahmenwerk. In der Umsetzung vielleicht deshalb schwierig zielführend mit Leben zu füllen. Gerne werden Rollen in Scrum, wie zum Beispiel die des Scrum Masters oder der Scrum Masterin schräg interpretiert und die Ausübung der Rolle im wahrsten Sinne des Wortes regelrecht sabotiert. Erfahrene Agile Coaches oder Scrum Master:innen wissen, was ich meine und werden sicherlich einiges von den Dingen, die Stefan Wolpers beschreibt wiedererkennen.

https://dzone.com/articles/how-to-sabotage-a-scrum-master

Elemente visuellen Managements | Die richtigen Informationen zu richtigen Zeit erhalten

Ich bin ein großer Freund von Kanban und Obeya Rooms (Big Room). Visuelles Denken ist dabei ein zentrales Element. Alle relevanten Informationen, die notwendig sind, um gute Entscheidungen treffen zu können, werden so gut wie möglich transparent gemacht, das implizite Wissen explizit. Das ist allerdings nicht einfach. Braucht schon etwas „Denkarbeit“, auch wenn diverse Hilfsmittel wie ein Obeya-Referenzmodell zur Verfügung stehen. Richtig genutzt unterstützt das visuelle Management aller Informationen allerdings die Qualität der Entscheidungen auf alle Ebenen. Jim Benson stellt hier 7 Elemente des visuellen Managements sehr schön dar. Ein guter Einstieg.

https://www.modusinstitute.com/blog/seven-elements-visual-management

Roadmap | „Langfristplanung“ für Scrum Teams

Auch ein agiles Team hat eine Langfristplanung. Die mag nicht sehr detailliert sein. Macht auch bei einer langfristigen „Prognose“ den nichts anderes ist es letztendlich wenig Sinn. Der Fachterminus hierfür, der immer wieder fällt: Roadmap. Ein passender Begriff, wie ich finde. Wir haben eine Richtung und grobe Planung. Was uns unterwegs erwartet, wissen wir noch nicht und es kann gut sein, dass wir durch Baustellen auf der Strecke die eine oder andere Umfahrung nehmen müssen. Der Blogartikel von Mary Iqbal enthält ein paar schöne Anregungen, wie an Roadmaps gestalten kann. Schaut es Euch mal an.

https://www.scrum.org/resources/blog/forecasting-scrum-teams-roadmaps

Agile Skalierung | Auftakt einer Podcastserie

Beim Thema Agile Skalierung zähle ich mich zu den „Skeptikern“ gegenüber den gängigen Rahmenwerken wie z. B. SAFe. Mir erscheinen sie zu „blaupausenartig“ und bereits zu „schwergewichtig“, um wirklich auf die individuellen Bedürfnisse einer skalierten Agilität eingehen zu können und persönlich neige ich dazu eher zu Kanban mit einem evolutionären Ansatz und Obeya, wenn das Thema im Raum steht. Dass ich damit nicht allein war mir bekannt. Dennoch war ich beim Anhören von Ralf Kruses Podcast etwas verblüfft, parallelen zwischen meiner Skepsis und seiner Wahrnehmung zu entdecken. Spannend trotzem: Ralf reflektiert hier offen und ehrlich, streitet den Skalierungsframeworks nicht per se ihre Daseinsberechtigung ab und zeigt sich offen in den Diskurs zu gehen. Das klingt vielversprechend.

https://enablechange.de/2021/12/08/eine-erste-perspektive-zur-agilen-skalierung/

Nachhaltige Geschwindigkeit | Metriken für Kanban und Scrum

Scrum und Kanban – beide streben danach, eine „nachhaltige Geschwindigkeit“ zu erzeugen. D. h. einen kontinuierlichen und stabilen Flow zu etablieren. Das ist übrigens die Ideen hinter der Work in Progress Limit aus Kanban. Sorge für einen gleichmäßigen Arbeitsfluss. Die Ergebnisqualität und die Durchsatzmenge werden dadurch besser, weil das System nicht „gestresst“ und am Ende „verschließen“ wird. Wie lässt sich das sichtbar machen? Der Beitrag Yuval Yeret gibt da ein paar Impulse. In den meisten Scrum Teams, die ich bisher erlebe, ist es bisher noch ein untergeordnetes Thema. Schade eigentlich.

https://www.scrum.org/resources/blog/working-toward-sustainable-pace-scrum-and-kanban

Kanban | Woran Kanban scheitern kann

Was mich Kanban begeistert, ist die Idee der evolutionären Weiterentwicklung. Die entsprechenden Metriken können dabei hilfreiche Indikatoren sein. Können! Den damit sie ihre Wirkung entfalten können, müssen wir vorher erst ganz andere Dinge durchdenken. Dazu hat sich Jim Benson treffend ein paar Gedanken gemacht:

https://www.modusinstitute.com/blog/why-your-kanban-is-failing

Kanban | Über Ticketgrößen

Keine Ahnung, wie Florian Eisenberg es immer wieder schafft, in nur 7 Minuten derart viel Input unterzubringen, wie er es in jeder Podcastfolge tut. Ich kann nur vermuten, dass da sehr, sehr viel Denkarbeit dahintersteckt. Auf jeden Fall hat er auch in der jüngsten Podcastfolge viel wertvollen Input rund um Kanban im Gepäck. Der Schwerpunkt liegt in der Folge auf dem Thema Ticketgröße und warum eigentlich nur zwei Größen als Referenz sinnvoll sind: Länge des Workflows und Wert für den/die Kund:in. Reinhören. Sacken lassen. Umsetzen.

https://www.podchaser.com/podcasts/kanban-in-sieben-minuten-923599/episodes/s01e04-size-doesnt-matter-110763978

STRATEGIE

Blue Ocean Strategie | Über Pioniere, Wanderer und Siedler

Was mir an der Blue Ocean Strategie gefällt ist ihr Fokus auf „Innovation“ gekoppelt an „Mehrwert“. Das wurde mir noch mal klarer als ich den Artikel von Lars Richter über die Typologie „Pioniere, Wanderer und Siedler“ im Kontext der Blue Ocean-Strategie gelesen habe. Sehr aufschlussreich, zumindest für mich. Und ich freue mich schon auf die Fortsetzungsbeiträge.

https://flowwork.rocks/pioneers-migrators-settlers/

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