#LINKSDERWOCHE | 34/2021: Produktivität, Lean und Agile

PRODUKTIVITÄT

Besprechungen als Zeichen schlechter Organisation: „Wenn Sie nur deswegen ein Meeting planen, weil sie die beteiligten Personen anders nicht erreichen – schlagen Sie Alarm!“

Auf den folgenden Linkhinweis zu einem Beitrag von Tim Themann möchte ich jemanden zu Wort kommen lassen, den ich gerne und oft bemühe: C. N. Parkinson. Von ihm stammt folgende Aussage: „Zu viele Besprechungen sind ein deutliches Zeichen schlechter Organisation.“ Auch wenn sie von ihm bereits in den 50er-Jahren des letzten Jahrhunderts festgehalten wurde, ist und bleibt sie topaktuell. Warum, das könnt Ihr hier sehr gut nachvollziehen:

https://die-computermaler.de/nicht-noch-ein-meeting/

Prioriät: Was hat warum Priorität?

Einer meiner Beobachtungen zum Thema Prioritätensetzung ist, dass diese meist dann scheitert, wenn die „Gründe“, Motive und das übergeordnete „Ziel“ unklar und intransparent ist. Das gilt im Übrigen für den Einzelnen genauso wie im Team oder die gesamte Organisation. Für unsere persönliche Prioritätensetzung sind wir allerdings selbst verantwortlich und es liegt an uns, die notwendige Klarheit zu schaffen. Im Team oder der Organisation liegt es oft am „Führungsversagen“. Das ist allerdings nicht Thema der Podcast-Folge von Ivan Blatter, der sich explizit auf das Selbstmanagement und Produktivität des Einzelnen bezieht.

https://ivanblatter.com/podcast/entscheidung-prioritaet/

Wissensmanagement: Hinweis auf die Materialsammlung “Zukunftsorientierter Wissenstransfer“

Annette Hexelschneider gehört – wie einige von Euch sicherlich auf dem Schirm haben – zu den regelmäßig hier in den Links der Woche verlinkten Blogautoren. Ihr Fachgebiet: Wissensmanagement. Seit kurzer Zeit ist eine Materialsammlung mit Methoden und Werkzeugen zum Thema Wissenstransfer von Ihr verfügbar. Das 12-seitige Dossier kann als PDF-Dokument bei der Transferagentur NRW heruntergeladen werden. Den Link zur Materialsammlung mit weiterführenden Verweisen zu Publikationen von Annette findet Ihr auf ihrem Blog:

https://wissendenken.com/wissenstransfer/zukunftsorientierter-wissenstransfer-eine-materialsammlung/

E-Mail-Management: Ein Podcast mit zahlreichen Tipps

Auch wenn die E-Mail oft totgesagt wird – sie ist noch sehr lebendig. Ein gutes E-Mail-Management ist für die persönliche Produktivität nach wie vor von Bedeutung. Der Podcast von Chris Bailey enthält einige gute Vorschläge, die ich den E-Mail-Geplagten unter Euch gerne empfehle:

https://alifeofproductivity.com/podcast-our-favorite-email-habits/

LEAN

Gemba Walk: Sich an den Ort des Geschehens begeben und beobachten

Viel zu oft werden Entscheidung fern von dem Ort getroffen, an dem diese dann ausgeführt werden. Zu oft. Das hat Folgen. Entscheidungen nach „Aktenlage“ funktionieren nur bedingt, den es gehen viel zu viele Informationen mit hoher Relevanz verloren. Der Ansatz Gemba Walk oder auf gut Deutsch: Gehe hin zum Ort des Geschehens und beobachte, steuert hier entgegen. Wie Tim McMahon auf den Punkt bringt: Allein damit ist es noch nicht getan. Es gehört noch etwas mehr dazu.

http://www.aleanjourney.com/2021/08/using-gemba-walk-to-learn-and-engage.html

Taktzeit: Wie langsam darf es sein?

Diese Woche bin ich auf einen interessanten Artikel mit sehr spannenden Impulsen von Mark Rosenthal gestoßen. In aller Regel sind wir sehr stark darauf fixiert, die Durchlaufzeit zu minimieren. Was wir aber dabei vernachlässigen, ist die Taktzeit. Eine nachhaltige, stabile Taktzeit ist jedoch in vielen Fällen für das Gesamtsystem besser als die lokale Optimierung der Durchlaufzeit.

http://theleanthinker.com/2021/08/19/takt-time-how-slow-can-you-go/

AGILE

Agil für tot erklären: Ein Anleitung

Ist Agilität tot oder auf dem besten Wege dahin? Die Zahl der „lebenden Toten“ im agilen Kontext (siehe Zombie-Scrum) lässt zumindest vermuten, dass einige Untote ihr Unwesen treiben. Tot ist Agilität noch lange nicht. Vielleicht irgendwann so selbstverständlich, dass wir sie „vergessen“. Das ist durch aus möglich und erstrebenswert. Aber bis dahin dauert es noch lange. Dennoch: Man kann Agilität für tot erklären und damit viel Aufmerksamkeit erzeugen. Vielleicht sollte ich es auch mal versuchen. Mit der – ironischen – Anleitung von Felix Stein hätte ich ja die passende Grundlage schon mal und kann die Blaupause nutzen, um meine Publizität zu erhöhen. Oder ich nutze die vorgebrachten Argumente als Vorbereitung für die nächste Diskussion, warum Agilität immer noch besser ist als so manches andere tote Pferd, welches in vielen Organisation noch geritten wird.

https://www.lean-agility.de/2021/08/wie-man-agile-fur-tot-erklaert.html

Retrospektiven: Die Folge unSMARTer Verbesserungsvorschläge aus Retrospektiven

In den letzten Monaten beschäftige ich mich verstärkt mit der Frage, wie Lernen und Verbessern im Sinne von Kaizen stärker in den Fokus der Akteure gestellt werden können. Man könnte eigentlich meinen, dass Scrum-Teams darin richtig gut sind. Doch meine Beobachtung ist oft eine andere und das Lernen und Verbessern fällt eben auch dort sehr oft hinten runter. Wie auch bei vielen „agilen“ Teams. Mir fehlt oft die „Nachhaltigkeit“, die Dauerhaftigkeit und Beständigkeit sowie die Ausdauer beim Nachverfolgen, aber auch Umsetzen von Verbesserungen im Alltag. Selbst in den Retrospektiven. Die von Stefan Wolpers hierzu identifizierten Punkte spielen dabei eine Rolle. Allerdings nicht allein.

https://www.scrum.org/resources/blog/unsmart-improvements-retrospectives-making-your-scrum-work-18

Produktvision: FAQs rund um das Thema Vision entwickeln und verfassen

Roman Pichler ist – meiner Meinung nach – mit einer der profundesten Experten rund um das Thema agiles Product Management. Im Folgenden hat er ein paar der häufigsten wiederkehrenden Fragen rund um das Thema Produktvision zusammengestellt. Auch wenn es nur wenige Punkte zu sein scheinen – es sind Fragen, die mir genauso immer wieder in der Praxis begegnen und offenbar viele Menschen nach wie vor umtreiben.

https://www.romanpichler.com/romans-podcasts/product-vision-faqs/

Velocity: Die klassiche Scrum-Metrik, die bis heute oft falsch verstanden wird

Die Metrik, die mit Scrum verbunden wird, ist die Velocity. Erschreckend ist für mich nach allen den Jahren, dass die Velocity – trotz einer Fülle an Artikel – in vielen Projekten dazu missbraucht wird, die Teamperformance zu messen. Die Velocity ist dafür jedoch aus verschiedenen Gründen nicht wirklich geeignet. Zumindest nicht als alleinige Metrik. Sie sagt lediglich aus, wie viel Komplexitätspunkte ein Team in einem Sprint erreicht. Sie sagt nichts über die Ergebnisqualität und -quantität aus. Noch dazu, dass die Komplexität nur sehr schwer vergleichbar ist. Sie wird relational geschätzt. D. h. zwei Teams können durch aus unterschiedlich Bezugspunkte und ein abweichendes Verständnis haben, sodass ihre Schätzungen nicht vergleichbar sind. Dazu mehr von Daria Bagina.

https://www.scrum.org/resources/blog/velocity-made-number

Remote Facilitation: Was, wann und wie

Die folgende Podcast-Folge von Ralf Kruse und Dörte Schröder steht ganz im Zeichen von Remotefacilitation. Etwas, was die meisten von uns im letzten Jahr sehr schnell lernen mussten und was uns – nach dem sich gezeigt hat, dass wir auch nach der COVID-Pandemie nicht mehr für jedes Meeting vor Ort sein müssen – weiterbegleiten wird. Eine schöne Reflexion, die zwar für erfahrene Facilitator*innen wenig neue Informationen bereit hält, dennoch den ein oder Impuls bietet:

https://enablechange.de/2021/08/18/remote-facilitation/

Priorisierung und Kanban: Die Begriff Priorität und Priorisierung auf dem Wortschatz verbannen?

Ich bin über den folgenden Diskussionsbeitrag von David J. Anderson, der – so wie ich es sehe – ein Repost eines älteren Artikels ist. Der Argumentation folgende ist Priorisierung Verschwendung, diese fördert den Bedarf nach nicht wertschöpfenden Rollen und Funktionen, die die Dynamik eher bremst statt fördert, die wir in einer komplexen Umwelt benötigen. Daher plädiert er auch, statt von Priorisierung lieber von Auswahl zu sprechen. Wenn ich ehrlich bin, kann ich der Argumentation in Teilen folgen. Doch bleibt für mich immer noch die Frage im Raum, woran die Auswahlentscheidung „festgemacht“ wird und wie dies in einem skalierte Umfeld ohne entsprechende Unterstützung erfolgen kann und soll. Ich werde wohl noch eine Weile an den Details herumkauen 😉

https://djaa.com/ban-priority-and-prioritization/

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